Peptide gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
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Als Schleich die von ihm entwickelte Methode der örtlichen Betäubung durch intrakutane (später auch subkutane) Infiltrationsanästhesie zunächst in der Medizinischen Gesellschaft unter dem Vorsitz Virchows vorstellte, begegnete man ihm ungläubig und mit eisigem Schweigen, worüber Franz Oppenheimer in seinen Lebenserinnerungen berichtet. Am 11. Juni 1892 stellte Schleich seine mit Injektion verschiedener Substanzen durchgeführte Anästhesiemethode auf dem Deutschen Chirurgenkongress in Berlin vor. Abschließend sagte Schleich laut Protokoll der Verhandlungen:
Quellen: de.wikipedia.org
„Ich halte m i c h nach dem Stande der lokalen Anästhesie nicht mehr für berechtigt, die Chloroformnarkose oder ein anderes Inhalationsverfahren bei Operationen in Anwendung zu ziehen, wenn nicht vorher die prinzipiell angewandte Methode der Infiltrationsanästhesie versucht wurde. Erst wenn diese sich im Einzelfalle als unzureichend erwies, resp. erfahrungsgemäß für den Einzelfall nicht zugänglich ist, erst dann entsteht für die Narkose eine besondere Indikation. Aber Operationen in Narkose auszuführen, welche sicherlich auch mit dieser oder einer ähnlichen Form der lokalen Anästhesie durchführbar gewesen wären, das muß ich vom Standpunkte der Humanität und dem der moralischen sowie strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Chirurgen aus bei dem heutigen Stande der Infiltrationsanästhesie für durchaus unberechtigt halten.“ Diese Äußerung wurde als derartiger Affront gegen die Anwesenden empfunden, dass der Kongressleiter Heinrich Adolf von Bardeleben Schleich nach einer entgegen den Gepflogenheiten durchgeführten Abstimmung das Wort entzog und dieser daraufhin die Sitzung verließ. Erst anlässlich des Kongresses im Jahr 1894 lud Ernst von Bergmann seine Kollegen zu einer Operation ein, die Schleich in der Universitäts-Poliklinik vornehmen konnte. Über den Erfolg berichtete Bergmann auf Wunsch von Friedrich von Esmarch dem Kongress. Seitdem und seit die Methode mit dem Buch Schmerzlose Operationen einer breiten medizinischen Öffentlichkeit bekannt wurde, begann sich die Infiltrationsanästhesie bis etwa 1907 zunehmend durchzusetzen.
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Julius Pagel: Schleich, Karl Ludwig. In: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1901, Sp. 1503 (Digitalisat. zeno.org). nebst Nachtrag. Paul Massler: Die Forschungen von Carl Ludwig Schleich und das religiöse Erleben. Grewe, Berlin 1921. Michael Charol: Carl Ludwig Schleich. In: Unser Pommerland, 1922, Jg. 7, S. 37–40. Paul Massler: Carl Ludwig Schleich. Grewe, Berlin 1922. Erich Seichl: C. L. Schleich und Wollin. In: Unser Pommerland, 1927, Jg. 12, S. 242–246. Jürgen Thorwald: Das Weltreich der Chirurgen. Europäischer Buchklub, Stuttgart 1957, S. 364–375. Albert Faulconer, Thomas Edward Keys: Karl Ludwig Schleich. In: Foundations of Anesthesiology. 2 Bände. Charles C Thomas, Springfield (Illinois) 1965, Band 2, S. 786–800. Wilfried Hammacher: Wiedergeboren. Lebenswege von August Strindberg und Carl Ludwig Schleich. Verlag am Goetheanum, Dornach 1994, ISBN 3-7235-0734-4 (Theaterstück). Volker Hess: Schleich, Carl Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 23. Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 46–47 (deutsche-biographie.de). Jochen Schulte am Esch, Michael Goerig: Carl Ludwig Schleich – Wegbereiter ausschließlich der Infiltrationsanästhesie? In: Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie, Bd. 28 (2008), Nr. 2, S. 113–124. Lothar Kämpfe: Schleich, Carl (1859–1922). In: Dirk Alvermann, Nils Jörn (Hrsg.): Biographisches Lexikon für Pommern, Bd. 3.
Quellen: de.wikipedia.org
Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern Forschungen zur Pommerschen Geschichte; 48,3), ISBN 978-3-412-50072-6, S. 273–280. Gerd Lorenz: Carl Ludwig Schleich. Zum 100. Todestag des Erfinders der Lokalanästhesiologie. Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern 5/2022, S. 177–179.
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